Die Vorstandsmitglieder des VDWF haben den offenen Brief mit ihrem guten Namen unterzeichnet: Lars Neitzel (Geschäftsführer Pragma­), Kathrin Schumacher (Geschäfts­führerin Weschu), Prof. Thomas Seul (Präsident­ VDWF), Andreas Rauchenberger (Geschäftsführer TVB) und Anton Schweiger (Geschäftsführer Schweiger­ tooling) (v.l.)

VDWF fordert in offenem Brief umfassende und konkrete Maßnahmen – nicht nur zur Stabilisierung, sondern auch zur Rettung des Werkzeug- und Formenbaus in Europa

VDWF News

Der Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) richtet einen dringenden­ Appell an die Bundesregierung und an die Europäische Kommission: Ohne umgehende, wirksame politische Unterstützung steht die Zukunft des Werkzeug-­ und Formenbaus in Europa auf dem Spiel – und mit dieser Schlüsselindustrie­ auch die gesamte produzierende Industrie und Hundert­tausende Arbeitsplätze.

Der Werkzeug- und Formenbau bildet das Rückgrat der industriellen Produk­tion. Er ist unverzichtbar für die Fertigung von Teilen aus Kunststoff, Metall und vielen anderen Materialien für alle Bereiche unseres Alltags – von Mobilität über Medizintechnik bis zu Konsumgütern und deren Verpackung. Werkzeuge sind unverzichtbare Träger von Pro­dukt- und Produktionswissen­. Der VDWF vertritt die Interessen seiner über 500 Mitglieder aus der von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägten Branche. Er versteht sich dabei ausdrücklich als europäischer Verband und zählt auch Unternehmen aus Österreich, der Schweiz, Slowenien, Schweden, Serbien und Ungarn zu seinem Netzwerk.

Alarmruf an die Politik

In einem offenen Brief an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche­, und an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Ursula von der Leyen, weist der VDWF auf die alarmierende wirtschaftliche Situation des Sektors hin und fordert gezielte Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbs­fähigkeit. Werkzeugmacher seien systemrelevant, litten aber unter stark gestiegenen Kosten, verzerrtem globalen Wettbewerb und einem teils dramatischen Rückgang von Umsatz­rendite und Produktionsvolumen, heißt es in dem Schreiben.

Der offene Brief des VDWF ist an 16 Standorten in ganz Deutschland auf Plakatwänden zu lesen – jeweils in unmittelbarer Nähe eines Landtagsgebäudes. Alle interessierten Unternehmen­ – nicht nur VDWF-Mitglieder – sind eingeladen, die Petition zu unterstützen und die darin formulierten Forderungen­ mitzutragen. Zur Möglichkeit, online zu unterzeichnen, und zu einer aktuellen Übersicht der signierenden Personen und Unternehmen gelangt man über den QR-Code auf dem Plakat oder über vdwf.de/offener-brief

Der Verband richtet klare Worte an die Ent­scheidungsträgerinnen: „Der Trend zur De­industrialisierung darf sich nicht weiter fort­setzen! Wir appellieren an Sie, die Wettbewerbsfähigkeit des Werkzeug- und Formenbaus durch gezielte Maßnahmen zu sichern.“ VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter betont die Dringlichkeit, mit der sich der Verband an die Politik wendet: „Der VDWF setzt sich dafür­ ein, dass der Werkzeug- und Formenbau als Schlüsselindustrie endlich die politische Aufmerksamkeit und Unterstützung erhält, die er verdient. Nur so bleibt Deutschland Technologieführer und Innovationsstandort.“

China investiert, Europa zögert

Für die hiesigen Werkzeugmacher stellen insbesondere hochsubventionierte Anbieter aus China­ eine ernsthafte Bedrohung dar. In China hat man die wichtige strategische Schlüsselrolle der Branche längst erkannt und massive­ Fördermaßnahmen ergriffen. Deutschland­ und Europa laufen Gefahr, abgehängt zu werden. Die kritische Lage zeigt sich am drastischen Rückgang des Produktionsvolumens in den vergangenen Jahren und an sich häufenden­ Insolvenzmeldungen – nur zwei von vielen Alarmsignalen für die existen­zielle Be­drohung des Werkzeug- und Formenbau-Metiers. Zu den konkreten Forderungen des Verbands gehören die Durchsetzung fairer Wettbewerbsbedingungen, mehr finanzielle Entlas­tungen, umfassendere Fördermaßnahmen, der Schutz geistigen Eigentums und die stärkere Förderung von Aus- und Weiterbildungs­maßnahmen.

Industriestandorte Deutschland und Europa­ in Gefahr

Das Schreiben macht deutlich: Bricht der Werkzeug-­ und Formenbau weg, verlieren Deutschland und Europa ihr industrielles Fundament­ – mit gravierenden Folgen für Produktion, Innovation und Arbeitsplätze. Der VDWF fordert einen konstruktiven Dialog mit der Politik, um gemeinsam tragfähige Lösungen­ zu entwickeln.

Der Werkzeug- und Formenbau stellt das Rückgrat der industriellen Produktion dar – er bildet die Grundlage für die Fertigung von Teilen aus Kunststoff, Metall und vielen anderen Materialien für alle Bereiche unseres Alltags (Bilder: VDWF)

„Ohne gezielte politische Unterstützung und faire Wettbewerbsbedingungen riskieren wir den Verlust unserer industriellen Basis und damit Hunderttausende Arbeitsplätze“, fasst VDWF-Präsident Prof. Thomas Seul die Lage zusammen. „Wir stehen bereit. Für Innovation. Für Qualität. Für Europa“, heißt es in dem offenen Brief. 

Ausdrücklich sind nicht nur VDWF-Mitglieder, sondern alle interessierten Unternehmen eingeladen­, die Petition zu unterstützen und die darin formulierten Forderungen mitzutragen. Die Möglichkeit, online zu unterzeichnen, sowie eine aktuelle Übersicht der signieren­den Personen­ und Unternehmen gibt es unter 

vdwf.de/offener-brief